Auszüge aus den Büchern von Achim
Wege zur inneren Freiheit
Leben aus sich selbst heraus
Von der Kunst, innere Freiheit als den natürlichen Seinszustand zu begreifen,
der uns lenkt und führt - wenn wir ihn nur lassen.
Behalte deine Vision im Auge,
aber richte alle deine Aufmerksamkeit auf deinen ersten Schritt.
Der befreiende Schritt, der dich aus der Begrenztheit deiner eigenen Vorstellungswelten hinaus und in den freien Raum führt, leitet jedes Mal ein neues Abenteuer ein. Die freudige Erregung, die dich dabei erfüllt, lässt die Schattenwelt deiner Ängste und Sorgen verblassen und überstrahlt dein ganzes Wesen. Jetzt kannst du entscheiden und handeln, ohne kontrollieren zu wollen. Jetzt bist du nicht mehr der Handelnde, sondern die Handlung selber.
Aufbruch ins Unbekannte (5 Minuten)
Das Phänomen "Raum" in Beziehungen (4 Minuten)
Übung macht den Meister (5 Minuten)
Ausflüge mit deiner Zeit- und Raum-Maschine (5 Minuten)
Aufbruch ins Unbekannte
Aus Wege zur inneren Freiheit - Leben aus sich selbst heraus (5 Minuten)
Wenn wir neue Wege der Wahrnehmung beschreiten wollen und du bereit bist, dich von meiner Vorstellungswelt inspirieren zu lassen, dann gehen wir immer davon aus, dass in dir bereits etwas existiert, auf dem wir weiter aufbauen können. Wir gehen also den Weg vom Wissen zum Nichtwissen, vom Planen (= Zukunft) zum Erkennen (= Jetzt), von der aktiven Beeinflussung zum geschehen lassen. Aber erinnern wir uns wieder daran: keine dieser Polaritäten (wie alle anderen Polaritäten auch) existiert für sich allein. In jeder von ihnen ist immer noch ein Bruchteil der anderen vorhanden.
Auf die Ebene des Phänomens „Zeit“ transponiert bedeutet das, dass wir uns aus Vergangenheit und Zukunft wieder (zurück) in die Gegenwart bewegen. Dadurch wirst du immer wieder daran erinnert, dass du alles jetzt schon kannst und jetzt schon tust. Diese Veränderung in deiner Erlebnisqualität hat gleich mehrfache Wirkung auf dich. Zuerst einmal kann es dich daran erinnern, dass du dich in deinem tiefsten Innern – deinem Wesenskern – permanent in einem Zustand vollkommener Entspannung befindest. Dieses Erinnern und somit verstärkte Fühlen dieser Lebensqualität kann dir helfen, diesen Zustand tiefer Entspannung in deinen Wahrnehmungshorizont zu integrieren und in deinem Tagesbewusstsein zu verankern.
Die fundamentale Erkenntnis, dass es nichts, aber auch gar nichts (in einer imaginären Zukunft) zu erreichen gilt, sondern die jetzt in deiner Vorstellungswelt existierenden Begrenzungen aufzulösen, kann dir nach und nach all die ungenutzten Teile deines kreativen Potenzials bewusst machen. Das stellt in einer Welt, in der scheinbar alle Menschen sich an sogenannten Zielen orientieren, ein ungewöhnlicher Ansatz zu sein. Aber fühle einfach einmal in diese Vorstellung hinein. Und frage dich, warum du dir Ziele setzt, was du fühlst oder wie du dich nach dem Erreichen dieser Ziele fühlen willst. Kannst du das nicht schon jetzt fühlen?
Beides sind Polaritäten in deiner Vorstellungswelt: im ersten Fall etwas, was du glaubst, nicht zu haben oder zu sein, aber in einer imaginären Zukunft besitzen oder verkörpern willst. Im zweiten Fall etwas, was du als Begrenzung erlebst, die dich daran hindert, das zu haben oder zu sein, was du sowieso schon bist. Die erste Bewegung findet im Außen statt, die zweite im Innen. Für die erste musst du Menschen, Zustände etc. verändern, für die zweite lediglich dich selbst.
Das klingt sehr einfach, wahrscheinlich zu einfach, aber fühle dich einmal in diese Vorstellungswelt hinein: die Chance, dass du erkennen kannst, dass grundlegende Strukturen in ihrem Kern immer ganz einfach sind, ist ziemlich groß. Der „Teufel“ – wenn wir ihn hier einmal in dieser Form bemühen wollen – steckt wie immer im Detail, genauer gesagt in der Umsetzung. Aber es nutzt nichts, unsere eigenen (und so gewollten) Hemmungen zu personifizieren, abzuspalten und zu „verteufeln“: nehmen wir diese Teile lieber an, schon alleine aus dem Grund, dass uns dann ihre kreative Energie zur Verfügung steht.
Im Laufe dieses fortwährenden Prozesses kann sich das Phänomen, das wir als „Ego“ bezeichnen, auch ganz von selber verändern. Wir können (und werden) ein völlig neues Gefühl für das entwickeln, was wir einfach sind, anstatt etwas „erreichen“ zu wollen. Und sei es anfangs auch „nur“ ein gesteigertes Gefühl der Wertschätzung für uns selber.
Wir werden später noch ausführlicher auf die Bedeutung von Sprache, Sprachmustern und sprachlichen Ausdrücken eingehen, bzw. was sie auf energetischer Ebene bedeuten. Gestatte mir deshalb an dieser Stelle lediglich einen kleinen Exkurs.
Ist dir aufgefallen, dass das Wort „erreichen“ das Wort „reich“ enthält? Bist du also erst dann reich, wenn du etwas „er-reicht“ hast? Und fühlst su sich demzufolge jetzt noch „arm“? Und was sagt das über deine Selbsteinschätzung aus? Bist du mit dem, wie oder was du momentan bist, nicht zufrieden – also nicht im Frieden mit dir selber? Oder nur teilweise – aber doch nicht so ganz? Ist diese Form der „Unzufriedenheit“ Teil eines natürlichen Prozesses? Du brauchst nur in sich selber hinein zu fühlen, dann findest du zumindest eine gefühlte Antwort. Wobei du davon ausgehen kannst, dass diese nicht mit der oder den Antworten übereinstimmt, die dein Verstand zu diesem Thema parat hat. Aber es ist eine gute Gelegenheit, die Unterschiede zwischen einer spontan gefühlten Antwort und einer schon abgespeicherten Antwort wahrzunehmen.
Doch weiter im Text. Vielleicht kannst du auch spüren (was ich insgeheim hoffe und wovon ich in optimistische Weise auch ausgehe), wie stark ein subtiles „Ja“ oder „Nein“ in deiner Selbsteinschätzung wirkt. Dennoch hat es einen ganz entscheidenden Einfluss darauf, wie du dich mit dir selber und ganz allgemein in deinem Leben fühlst.
Je mehr du einfach nur „sein“ kannst, desto mehr wirst du von einem Energiefluss getragen, der (bildlich gesprochen) „ja“ sagt. Deshalb ist es auch keine Frage, ob du dieses Buch mit den von mir vorgebrachten Anregungen „brauchst“ oder nicht. Möglicherweise sagt dein Ego „nein“, dein Wesenskern aber „ja“. Wenn du dir in deinem Leben allerdings einen Raum schaffen willst, in dem du einfach nur „sein“ kannst, dann kann dir dieses Buch einige wertvolle Quellen der Inspirationen anbieten.
Aus diesem Grund verfolge ich auch keinen therapeutischen Ansatz. Ich möchte dir lediglich einige Möglichkeiten an die Hand geben, deinen Wahrnehmungshorizont immer mehr zu erweitern. Ich gehe davon aus, dass diese Möglichkeiten dir einen inneren Raum schaffen können, worin du dir selber genau die Fragen stellen kannst, die für dich wichtig sind. Indem du deine Aufmerksamkeit immer wieder in deine räumliche Vorstellungswelt lenkst, hast du eine gute Chance, genau das zu erfahren, was du in deinen erweiterten Wahrnehmungshorizont integrieren willst.
Und da du ja hier nicht angestrengt in einem „Ratgeber“ lesen musst, alles nur Erdenkliche umsetzen, leisten oder verändern musst, wozu du möglicherweise gar keine Lust hast, kannst du dich entspannt zurücklehnen und lustvoll Zeuge werden, wie leicht es dir fällt, die für dich richtigen Antworten aus deinem Innern aufsteigen zu lassen. Die Ergebnisse dieses Klärungsprozesses werden anschließend (also immer wieder) in deinem Bewusstsein verankert. Von dort aus können diese Lernschritte in deine Erfahrungswelt abgerufen und integriert werden sowie als neue Ansätze und Perspektiven in deinem Leben Gestalt annehmen.
Dadurch treten im Laufe der Zeit Veränderungen ein, die ganz subtilen, aber doch entscheidenden Einfluss auf dein Leben haben werden. Alles das geschieht von selber, aus deiner eigenen Kreativität heraus. Die Erkenntnis, dass sich in diesem anscheinend so passiven geschehen lassen ständig etwas ereignet, das dich wiederum inspiriert, in irgendeiner Form aktiv zu werden, ist eines der größten Geschenke, welches wir von der Existenz empfangen. Und so wird das „einfach nur sein“ immer mehr selbstverständlich, so dass du sowohl emotional als auch spirituell von einem sich immer mehr weiter ausweitenden Fluss von Erfahrungen getragen werden. Bis irgendwann jede Bewegung aufhört und du dich in der Gnade des Augenblicks wiederfindest.
Du hast – außer in deinen Gedanken und in deiner Vorstellungswelt – dein Zuhause niemals verlassen.
Lasse dich das für einen Augenblick fühlen.
Das Phänomen „Raum“ in Beziehungen
Aus Wege zur inneren Freiheit - Leben aus sich selbst heraus (4 Minuten)
Beziehungen entstehen im grenzenlosen Raum, bilden dabei sowohl separate als auch gemeinsame Räume, bewegen sich durch dieselben und verbinden uns mit der gefühlsmäßigen Wahrnehmung, die wir von der Unendlichkeit haben. Auf der anderen Seite definieren sich Räume durch Grenzen. Das erscheint widersprüchlich, liegt aber in der Form unserer Wahrnehmung im vierdimensionalen Zeit/Raum-Gefüge begründet. Insofern haben wir zwei Empfindungen für das Phänomen Raum. Einmal können wir den Raum von seinem Wesen her nur innerhalb von Grenzen wahrnehmen. Alles innerhalb dieser Grenzen bezeichnen wir als (einen) Raum. Alles außerhalb davon entzieht sich unserer Wahrnehmung, denn wir können uns einen endlosen Raum nicht wirklich vorstellen, deswegen können wir ihn auch nur negativ (end-los) definieren.
Aber wir haben ein Gefühl für diesen endlosen Raum. Nennen wir dieses Gefühl hier einmal „Räumlichkeit“. Wenn du einen Raum betrittst, empfindest du ein Gefühl für die in diesem Raum vorhandene Schwingungs-Qualität, die wir hier als Räumlichkeit bezeichnen. Du empfindest räumlich, und zwar qualitativ, genauso wie du dein eigenes Zimmer wahrscheinlich als wohnlich empfindest. Du kannst in deinem Zimmer eine bestimmte Eigenschaft fühlen. Diese qualitativen Eigenschaften kannst du überall fühlen – ganz gleich ob du nun die Wohnung eines anderen Menschen betrittst, ein Hotelzimmer oder einen Sakralbau. Und je nachdem welche Schwingungsqualität du fühlen kannst, wirst du dich entweder wohl fühlen oder auch nicht.
Den gleichen Effekt erleben wir beim Betreten innerer Räume – sowohl bei unseren eigenen als auch bei denen anderer Menschen. Es gibt Menschen, die eine natürliche Herzlichkeit ausstrahlen und deren Einladung, ihre inneren und äußeren Räume zu betreten, wir gerne Folge leisten. Im Gegenteil dazu gibt es Menschen, die derartig abweisend und verschlossen wirken, dass selbst unser Bemühen, lediglich etwas dichter an sie herankommen zu dürfen, aufgrund der massiven Grenzbefestigungen scheitern, die sie um sich herum errichtet haben.
Diese beiden Polaritäten sind dir wohlbekannt und lassen sich noch recht einfach erfassen. Doch wir Menschen lieben es ja gerne kompliziert. Also machen wir uns auf in die Wunderwelt der unendlichen Raumgestaltungsmöglichkeiten!
Ein beliebtes Modell entspricht dem, was uns ein aufgesetztes Lächeln signalisiert: nämlich das Unechte. Wir werden herzlich eingeladen einen Raum zu betreten, aber siehe da: es läuft uns ein kalter Schauer nach dem anderen den Rücken hinunter. Aber wieso, wo man doch so „nett“ zu uns ist? Ist man eben nicht. In Wirklichkeit hat die Gegenseite nicht die geringste Lust (oder vielleicht sogar Angst), uns in ihren Raum hinein zu lassen. Oder man hat sich aufgrund eindeutiger Erfahrungen entschlossen, prinzipiell niemand mehr Zutritt zu seinen Raum zu gewähren. Dieses Verhalten nennt man dann gerne „professionell“.
Da man eventuell also gar nicht daran denkt, dich wirklich in seine echten innerlichen Räume hinein zu lassen, bietet man dir das als „Gästezimmer“ dekorierte Niemandsland an und bemüht sich, den Anschein zu erwecken, diese Wüstenei mit ihrer künstlichen Gefühlswelt sei das echte Leben. Während du dich schaudernd und ungläubig umschaust, noch immer erbost über die Dreistigkeit, dir diese mit Plastikblumen aufgepeppten Pappkulissen als Realität zu verkaufen, bemerkst du mit nicht geringem Erstaunen, dass du scheinbar der Einzige bist, der sich hier fehl am Platze fühlt. Um dich herum tummelt sich eine Meute, die anscheinend völlig glücklich ist mit dieser Maskerade, bei der die einen sich als Gastgeber und die anderen sich als Gäste kostümiert haben. Und allen geht es phänomenal gut: mit sich selber, untereinander und sowieso.
Kein Wunder. Schließlich bewegen sich alle Beteiligten durch die Anwendung dieses genialen Tricks außerhalb der Gefahrenzone: endlich entspannen! Aber bitte eben nicht zu direkt. Anstatt sich in den Arm zu nehmen und dabei dieses herrlich entspannende Gefühl zu genießen, können wir auch auf Armlängen-Distanz mit einem Glas in der Hand gefühlvoll parlierend „Nähe“ aufbauen oder – für die Zaghafteren – „signalisieren“. Ich habe mich immer gefragt, wie das mit dem „Signalisieren“ gehen soll: aus zehn Meter Entfernung winken und fröhlich rufen „Hallo – ich bin dir nahe“?
Gut zu beobachten sind bei solchen „gesellschaftlichen Anlässen“ auch zwei beliebte Turnübungen, die dir sicherlich auch dann, wenn du selber keinen Sport treiben solltest, bekannt vorkommen werden.
Die eine Sorte besitzt die fantastische Fähigkeit, ganz intuitiv die weitest mögliche Distanz zu einem Kontaktpartner derart genau abzuschätzen, dass sie dem anderen Menschen gerade noch die Hand zum Druck reichen können. Das geht natürlich nur mit weit ausgestrecktem Arm und unter Verlagerung des Körpergewichts auf die Zehenspitzen. Obwohl ich seit Jahren sehnsüchtig darauf warte, dass einer dieser Long-Distance-Shaker mal das Gleichgewicht verliert, hat mir bis jetzt noch keiner diesen Gefallen getan. Schade. Andere praktizieren eine Umarmungsform, die eigentlich keine richtige Umarmung ist. Denn sie findet nur "obenrum" statt und word von Luftküssen begleitet. Natürlich will mensch nicht jeden Menschen ganz dicht an sich heranlassen, aber warum dann so tun als ob?
Aber es scheint ja zu funktionieren – aber nur, wenn alle sich an die Regeln halten. Also gut – betrachten wir diese Regeln als das, was sie sind: Spielregeln. Und betrachten wir das Ganze demzufolge als ein Spiel. Das schont die Nerven, gibt dieser Nummer einen spielerischen Touch und wir können unsere echten Gefühle für echte Menschen aufheben, die ihrerseits an echten Gefühlen interessiert sind. Denn diese gibt es. Und erstaunlicherweise kreuzen sie immer öfter unseren Weg, wenn wir die Plastikblumen durch echte Flora ersetzen, eine Brandfackel in die Pappkulissen werfen und aus der öden Niemandslandwüste in den Garten des Lebens übersiedeln – des blühenden Lebens, versteht sich.
Auch wenn ich hier karikierend übertrieben habe: wir alle kennen diese rituellen Begrüßungs-Rituale, welche in den verschiedenen sozialen Schichten oder Gruppen eben nicht nur der Begrüßung, sondern auch des Demonstrierens der Zugehörigkeit dienen.
Erinnern wir uns also immer wieder daran, dass wir selber es sind, die unsere inneren Räume gestalten. Alle Einwirkungen von außen – gerade die, welche wir als störend oder negativ empfinden – sind wichtige Teile genau dieses Angebots, dass wir uns daran erinnern können. Dass wir diesen Umstand immer wieder vergessen, ist genau die Herausforderung die wir brauchen, um uns immer wieder auf uns selber besinnen zu können. Der Weg in die Freiheit führt definitiv nach innen. Also lassen wir uns diesen Wunsch, in Frieden leben zu wollen, weiter erhalten. Um wirklichen Frieden zu erlangen, ist das Durchleben von schwierigen Situationen sowie die Begegnung mit als feindlich erlebten Menschen eine der Voraussetzungen, um wirklichen Frieden zu erlangen. Die Umwandlung von Ablehnung in Zuneigung ist eine der komplexesten Aufgaben, der wir uns als Menschen stellen können.
Als Kernsatz bietet sich meinem Empfinden nach an:
Lebensqualität ist die Form von Qualität, die wir in den Räumen erleben, die wir selber gestalten und in denen wir uns bewegen.
Wir haben die Möglichkeit, aufrichtig und ehrlich zu sein. Zuerst zu uns selbst, und – wenn es uns irgendwie möglich ist – in entsprechenden Situationen auch zu anderen Menschen.
Übung macht den Meister
Lebenssituationen als Übungsmöglichkeiten begreifen
und bewusst für das eigene Wachstum einsetzen
Aus Wege zur inneren Freiheit - Leben aus sich selbst heraus (5 Minuten)
Wenn wir die ständig in unserem Leben entstehenden Prozesse als Lernprozesse begreifen, eröffnen sich uns ununterbrochen neue Chancen, steuernd in diese Abläufe einzugreifen. Wenn wir uns im Laufe dieses Prozesses (und durch das Ansammeln von immer mehr Erfahrungen) dabei immer mehr von dem Bedürfnis, Macht und Kontrolle ausüben zu wollen, distanzieren können, bewegen wir uns in Richtung Bewusstsein. Genauso wie wir beim Schwimmen nur unseren Teil dazu beitragen, dass wir an der Oberfläche bleiben, ist genau dieser Teil das entscheidenden Element. Ohne Schwimmbewegungen würden wir, obwohl das Wasser uns letztendlich trägt, über kurz oder lang ertrinken. Alleine schon um den Kopf über Wasser halten zu können, müssen wir Energie aufwenden. Uns fällt also die Aufgabe zu, einen Rest an Energieaufwand einzubringen, der uns das Element Wasser – in diesem Fall zum Schwimmen – nutzen lässt.
Indem wir lernen, diese bildliche Vorstellung auf unsere jeweilige Lebenssituation zu übertragen, erkennen wir, dass wir im Strom des Lebens mitschwimmen. Das könnten wir als eine Art Grundversorgung bezeichnen, die wir auf der psychischen Ebene als Urvertrauen erleben. Wir können also unsere Aufmerksamkeit auf die Details richten, die in der gerade erlebten Situation für uns entscheidend sind. Wenn wir dagegen nur ums nackte Überleben kämpfen, wird unsere gesamte Energie in diese Anstrengung eingebunden sein.
Deshalb entgehen uns in diesem Falle auch alle die Feinheiten, die in den Botschaften, die das Leben uns ständig schickt, auf tieferen Ebenen mitschwingen. In der Literatur oder beim Theater würde man von einem „Subtext“ sprechen. Doch genau diese Subtexte transportieren in den meisten Fällen die tiefere, also die der Wirklichkeit (oder Wahrheit) näher kommende Bedeutung der Situation.
Vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang ein Ausspruch des weisen griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos, der um 500 vor Christus lebte. Er hatte schon damals erkannt, dass „die Wahrheit“ auf leisen Füssen still und unauffällig unter uns wandelt, und sich nicht wie die „Rechthaber“ von wie auch immer gearteten „Wahrheiten“ durch polternde Auftritte Gehör verschaffen muss: „Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden“. Lass diesen Satz einmal auf dich wirken und denke darüber nach, wie viele sogenannte unumstössliche Wahrheiten der Vergangenheit mittlerweile Makulatur geworden sind. Die wahre Wahrheit erscheint uns oft als fantastisch.
Dadurch, dass wir immer mehr lernen, dem Leben zu vertrauen, und dem Unbekannten (und somit potenziell Bedrohlichen) immer mehr Raum zu geben vermögen, verändert sich nicht nur die Qualität unseres Erlebens, sondern ganz allgemein unsere Lebensqualität. Das wiederum ermutigt uns, sogenannte Risiken einzugehen. Da wir demzufolge immer mehr innere Sicherheit entwickeln, können wir uns immer angstfreier und bewusster in Situationen begeben, die immer größere Unsicherheitsfaktoren beinhalten.
Übertragen wir dies auf ein leicht verständliches Bild und stellen uns einen Baukran vor. Er würde aus dem Gleichgewicht geraten und umstürzen, wenn an der Rückseite seines Arms nicht Gegengewichte angebracht wären, welche dem Gewicht der transportierten Lasten am Vorderteil entsprechen. Bildlich gesprochen sammeln wir durch deine Vertrauensfähigkeit immer mehr ausgleichende „Gegengewichte“, die uns auch in den uns herausfordernden Situationen in der Balance halten. Auf der mentalen Ebene hat unsere Sprache dafür Ausdrücke wie zum Beispiel „gewichtige Argumente“ geprägt. Wir werden also, je mehr wir uns selber und anderen Menschen zuhören, immer mehr die energetischen, also die Bewegungsmuster in den Sprachmustern, erspüren können. Das vermittelt uns einen gefühlsmäßigen, intuitiven Eindruck, dessen bewusste Interpretation uns zeigen kann, wohin die Reise geht.
Indem du dich bemühst, auch und gerade in den dich herausfordernden Situationen wach, aufmerksam und wertschätzend gegenüber anderen Menschen zu bleiben, behältst du das Steuer in der Hand. Manchmal genügt schon ein „falsches“ Wort, um eine Situation eskalieren zu lassen. Achte deshalb auf deinen sprachlichen Ausdruck und gehe von einer positiven Realität aus. Es wird dir dann wesentlich leichter fallen, die „richtigen“ Worte zu finden.
Das kann sich schon in sogenannten Kleinigkeiten äussern. Wenn du dich zum Beispiel in einer angespannten Situation mit einem Partner befindest und mit der Aussage „aber ich liebe dich trotzdem“ den Dingen eine positive Wendung geben willst, kannst du möglicherweise voll ins Fettnäpfchen treten. Wieso trotzdem? Du signalisierst damit, dass du etwas an deinem Partner negativ bewertest, ihm aber „trotzdem“ zugetan bist. Dein Gegenüber wird sich mit dieser Aussage nicht wirklich gut fühlen.
Nur eine kleine, aber entscheidende Änderung in deiner sprachlichen Ausdrucksform kann einen völlig anderen Eindruck hinterlassen. Die Aussage „unabhängig davon liebe ich dich“ drückt eine völlig andere innere Realität aus. Du befindest dich nicht in einem Zustand von „Trotz“ sondern von Unabhängigkeit. Das heißt, du hängst an nichts und an Niemandem und schwebst frei im offenen Raum. Du bist offen und flexibel und kannst dich in jede nur erdenkliche Richtung bewegen, also dem Fluss des Lebens folgen.
Verschanzt du dich hingegen in einer persönlichen „Trutzburg“ und „trotzt“ den wahren, in diesem Fall als negativ erlebten Gefühlen, die du deinem Partner gegenüber hegst, fühlst du dich stark. Und nicht nur dass: Du kannst dich auch im moralischen Sinne „gut“ fühlen. Diese Form der Stabilität hat allerdings zur Folge, dass du wesentlich unbeweglicher wirst. Und wie sieht es in deinem Partner aus? Ist er damit glücklich, dass du ihn „trotzdem liebst“? Möglicherweise schon, aber nur, wenn er dies als Beweis deiner Zuneigung deutet.
Deine Äußerung war sicherlich gut gemeint, aber ein Rest Negativität bleibt. Doch wir sind durch unsere individuellen sowie kollektiven negativen Glaubenssätze, wie sie sich zum Beispiel in der Idee der „Erbsünde“ äußern, derartig tief geprägt, dass wir dieses „trotzdem“ sogar noch als einen Beweis von Verständnis und Zuneigung interpretieren. Und wir fühlen uns gut, wenn wir „trotzdem“ lieben und wertschätzen, weil wir in unserer Wahrnehmung über unseren Schatten gesprungen sind, und einen Menschen auch mit seinen sogenannten Fehlern und Schwächen annehmen und wertschätzen konnten. Und der Mensch, der „trotzdem“ geliebt wird, fühlt sich wahrscheinlich wirklich geliebt, eben wegen dem, was „trotzdem“ angenommen und wertgeschätzt wird.
Doch wenn wir genauer hinschauen, und uns vor allem in die damit verbundenen Gefühle vertiefen, dann wird offensichtlich, dass die negative Wertung trotz „trotzdem“ weiterhin besteht. Also mach lieber von der Möglichkeit Gebrauch, dich unabhängig zu machen, was heißt, dass du einen neutralen Standpunkt einnimmst. Dadurch streifst du die Fesseln der Wertungen ab und gibst dir selber und dem anderen Menschen genug Raum, dass dieses „trotzdem geliebte“ Verhalten die Möglichkeit bekommt, sich vielleicht zu verändern – vielleicht sogar in deinem Sinne.
Ausflüge mit deiner Zeit- und Raum-Maschine
Aus Wege zur inneren Freiheit - Leben aus sich selbst heraus (5 Minuten)
Nehmen wir an, du befindest dich in einer Situation, in der du dich bedrängt oder direkt bedroht fühlst. Das kann ein unerwartetes Geschehnis sein, welches scheinbar plötzlich in deinem Leben auftaucht, und dich alleine schon deshalb unter Stress setzt, weil du aus dem Stand heraus eine Entscheidung fällen musst. Das kann auch die Konfrontation mit einem Menschen sein, der deine eben noch festgefügte Welt ins Wanken bringt. Es kann sich aber auch Teil eines Prozesses äußern, dessen schleichende Entwicklung dir entgangen ist oder die du nicht wahrhaben willst. Aber jetzt taucht dieses Ereignis scheinbar plötzlich in deinem Leben auf.
Letzten Endes spielen diese Details aber nur eine untergeordnete Rolle. Wenn du aufmerksam an diese Abläufe herangehst, wirst du immer wieder auf die gleichen Strukturen stoßen. Aus diesem Grunde bietet es sich an, bereits erlebte Situationen, die gleich oder ähnlich waren, einmal zu analysieren. Dafür besteigst du jetzt deine ganz persönliche Zeit- und Raum-Maschine, welche dir die Existenz großzügig zur Verfügung gestellt hat. Und du fliegst allein. Du erinnerst dich: das Modell „Beam me up, Scotty!“ hat ausgedient.
Wenn du nun in deine Zeitmaschine kletterst, wirst du vielleicht überrascht feststellen, dass dir die Bedienung dieses fliegenden Bewusstseins-Teppichs ganz locker von der Hand geht. Denn dieses Wunderwerk der spirituellen Aviatik hat eine eingebaute Automatik, bei der du lediglich die GPS-Daten des gewünschten Erlebnisses in deine innere Datenbank eingeben musst. Diesen Vorgang nennen wir „erinnern“. Dann brauchst du nur noch auf den Startknopf drücken, und schon geht’s los.
Von jetzt auf gleich findest du dich in der damaligen Situation wieder. Nachdem der Adler sicher gelandet ist, wird dir bewusst, dass dein nächster Schritt nicht ein großer Schritt für die Menschheit sein wird, wie weiland bei Neil Armstrong auf dem Erdtrabanten, sondern ganz alleine für dich selber. Du kontrollierst noch einmal kurz deine Ausrüstung: die Energie-Bewegungs-Detektoren, den Bewusstseins-Verstärker, den Entscheidungs-Routenplaner – alles dabei, alles funktioniert einwandfrei. Auf dem vor deinem inneren Auge montierten Display kannst du alle Daten gut ablesen. Von Kopf bis Fuss in deinen schneidigen und eng anliegenden Sensoren-Anzug gewandet, fühlst du dich schon fast wie in einer schimmernden Rüstung und wagst den ersten Schritt.
Wenn du dich jetzt in diese bereits durchlebte Situation wieder hinein begibst, weißt du noch ziemlich genau, was damals abgelaufen ist und wie du dich gefühlt hast. Auch wenn du dir vielleicht nicht mehr jedes Detail vergegenwärtigen kannst, weißt du doch in etwa, was auf dich zukommen wird.
Das ist ein großer Vorteil, denn jetzt hast du Zeit, dich in Ruhe all den Eindrücken zu widmen, die nun wieder auf dich einstürmen. Aber im Gegenteil zur damaligen Situation, wo du dich der Dynamik dieser Abläufe ausgeliefert gefühlt hast, weißt du jetzt, dass du diese energetischen Informationen durch die Sensoren deines Energie-Anzuges zwar aufnehmen, diese dir aber keinen Schaden zufügen können, da sie sofort in reines Bewusstsein umgewandelt werden. Denn darin unterscheidet sich deine „zweite Haut“, mit der du die hereinkommenden Signale in unverfälschter Klarheit aufnehmen kannst, von einem „Schutzanzug“: hier wird nicht abgewehrt, sondern umgewandelt.
Ein fundamentaler Unterschied. Da deine wertenden Vorstellungen, durch die du dich ja schützen wolltest, in dieser Form der Realität ausgeblendet werden, kannst du das, was dich erreichen will, auch an dich heran- und in dich hinein lassen. Denn das ist schliesslich genau das, was du dir (meist oder oft unbewusst) gewünscht hast. Insofern macht ein Schutzanzug keinen Sinn, da er ja genau das abwehrt, was du erfahren wolltest: Du bringst dich also selber um die von dir gewünschten Erfahrungen – oder versuchst es zumindest.
Zum Glück hat jedoch mittlerweile ein Bewusstseinswandel bei dir stattgefunden, der dich nach einem neuen Ansatz suchen lässt. Und so kannst du jetzt diese einstmals so bedrohlich wirkende und dich verstörende Situation noch einmal durchleben – diesmal aber mit Bewusstheit.
Während du also alle Sensoren der verschiedenen Wahrnehmungsebenen auf die Abläufe in dieser Situation richtest, hast Zeit, dich auf die Auswertung dieser Erfahrungen zu konzentrieren. Dabei achtest du ganz besonders auf die Bewegungsmelder, denn du weißt ja, dass alles, was existiert, sich sowohl durch den äußeren Raum als auch durch deinen inneren Raum bewegt. Das gilt sowohl für die großen Bewegungen als auch für die kleineren und manchmal kaum wahrnehmbaren Bewegungen, die dir in der Hektik der Originalsituation entgangen sind. Von großem Vorteil erweist sich auch der Umstand, dass du die Möglichkeit hast, den Prozess in jedem Augenblick anzuhalten und wieder zurück zu spulen. Jetzt kannst du ganz genau verfolgen, wie eine Situation entsteht, für eine Weile existiert und dann in die nächste Situation übergeht. All das wird in gestochen scharfen Bildern auf dem Monitor deines Bewusstseins wiedergegeben.